EU-Ausschuss STOA rechtfertig 5G Moratorium und fordert, nicht-thermische Wirkungen bei der Risikobewertung von HF-EMF zu berücksichtigen


 Das Science and Technology Options Assessment (STOA) Komitee ist ein Ausschuss des Europaparlamentes, der sich mit Wissenschaft und Technikfolgenabschätzung befasst.

In seiner aktuellen Studie 'Health impact of 5G' vom Juni 2021 versucht der Ausschuss, den aktuellen Kenntnisstand über die mit 5G verbundenen karzinogenen und reproduktiven Entwicklungsrisiken, wie sie sich aus epidemiologischen Studien und experimentellen In-vivo-Studien ergeben, wiederzugeben. 

An der ICNIRP wird mit folgenden Worten Kritik geübt:

Die schädlichen Auswirkungen nicht-thermischer biologischer Wechselwirkungen von HF-EMF mit menschlichem und tierischem Gewebe wurden bei der Festlegung der ICNIRP 2020-Leitlinien (ICNIRP 2020a) nicht berücksichtigt, obwohl eine große Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen vorliegt, die die Schädlichkeit oder potenzielle Schädlichkeit dieser Auswirkungen belegen. Es gibt athermische Bioresonanzen, und in der Tat werden einige Frequenzen zu therapeutischen Zwecken in einer Reihe von Bereichen der Medizin eingesetzt. Wie wir wissen, kann jedes Medikament, selbst das vorteilhafteste, auch einige unerwünschte Wirkungen mit sich bringen. Daher müssen bei der Risikobewertung sowohl thermische als auch nicht-thermische Wirkungen von HF-EMF berücksichtigt werden.

An anderer Stelle:

(...) Sowohl beim Menschen als auch bei Tiermodellen wurden Wirkungen beobachtet, die die ICNIRP als "ungestützte Behauptungen" definiert; und einige von ihnen stellen "belegte Wirkungen" dar, d. h. objektive und relevante Beobachtungen aus epidemiologischen und experimentellen Studien, einschließlich solcher zu Krebs und schädlichen Wirkungen auf Reproduktion und Entwicklung.

Bei HF-EMF haben die Ergebnisse epidemiologischer Studien bisher nur "begrenzte Beweise" für einen Zusammenhang mit Krebs geliefert, vor allem aufgrund (...) und des Fehlens einer ausreichenden unabhängigen Finanzierung solcher Forschung.

(...) Daher ist die Einführung von 5G mit Unsicherheiten behaftet, sowohl in Bezug auf Gesundheitsfragen als auch auf
Vorhersage/Monitoring der tatsächlichen Exposition der Bevölkerung: Diese Wissenslücken werden angeführt
um die Forderung nach einem Moratorium für die 5G-MMW zu rechtfertigen, bis die entsprechenden Untersuchungen abgeschlossen sind. Angesichts dieser Ungewissheiten besteht eine politische Option darin, die multidisziplinäre Teamforschung zu verschiedenen Faktoren der Expositionsabschätzung und auch der biologischen Auswirkungen von 5G MMW zu fördern.

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